Geschichten für „Gross und Klein“
00:00:00: Der Weg, der sie trug.
00:00:02: Liora wollte model werden.
00:00:05: Schon seit ihrer Kindheit liebte sie es, Stoffe um sich zu schlingen, vor dem Spiegel zu posieren und sich vorzustellen, wie sie über einen glänzenden Laufstück spiebte.
00:00:15: Doch das Leben hatte sie anders gezeichnet.
00:00:17: Ein Unfall nahm ihr ein Bein.
00:00:20: Seitdem humpelte sie, jeder Schritt erinnerte sie an das, was fehlt und an das, was sie verlor.
00:00:27: Die Welt war selten freundlich gewesen und Lyora hatte gelernt, ihre Träume festzuhalten, während alles andere an ihr zerrte.
00:00:37: Eines Tages jedoch veränderte ein fremder ihr Schicksal.
00:00:41: Ein Fotograf, Elias, der mit einer alten Leertasche und einer Kamera voller Geschichten durch die Welt zog, sprach sie an.
00:00:51: Darf ich dich fotografieren?
00:00:53: fragte er.
00:00:54: Lyora schnaubte leise mich, Ich kann nicht einmal richtig laufen.
00:01:00: Elias lächelte warm.
00:01:01: Man muss nicht perfekt gehen, um schön zu stehen.
00:01:05: Seine Worte trafen sie tief.
00:01:07: Noch tiefer traf sie sein Angebot.
00:01:10: Er wollte sie mitnehmen in ein fernes Land, in dem eine neue Fotoausstellung entstehen sollte.
00:01:17: Leora spürte Angst, doch noch stärker spürte sie Hoffnung.
00:01:22: Und so sagte sie ja.
00:01:24: Als sie in den fremden Land ankam, füllte sie sich wie in einem Traum.
00:01:28: Die Luft roch nach Gewürzen, die sie nicht kannte.
00:01:32: Am Markt sah sie Tiere, die sie nur aus Büchern kannte, geschmückte Kamele mit bunten Decken, kleine Affen, die neugierig nach ihren Haaren griffen und große ruhige Wasserböffel, die gemütlich durch die Straßen zogen.
00:01:47: Die Menschen dort begrüßen sie mit offenen Armen.
00:01:50: Sie staunten nicht über ihr fehlendes Bein, sie staunten über ihre Stärke.
00:01:55: Die Lernte neugebräuche kennen.
00:01:58: Abends saßen die Bewohner und Feuer sangen.
00:02:00: Lieder erzählten Geschichten aus ihrer Ahnzeit.
00:02:05: Jedes Mal, wenn Liora dort saß, fühlte sie sich ein Stück leichter, als würde sie etwas ablegen, das sie lange getragen hatte.
00:02:14: Elias fotografierte sie zwischen den Tieren.
00:02:17: im bunten Gewinnern inmitten der fremden Landschaft, und Leor merkte, daß sie nicht mehr versuchte, jemand zu sein.
00:02:25: Sie war jemand.
00:02:27: In diesem Fernland konnte sie sich fallen lassen, vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben.
00:02:33: Sie lachte ungekünstelt, sie lernte, sie wuchs.
00:02:37: Und sie begriff, ihr Humpeln war kein Markel, sondern eine Spur ihres Weges.
00:02:43: Ein Weg, der sie genau je hergeführt hatte.
00:02:47: Als die Fotos schließlich in einer kleinen Galerie ausgestellt wurden, sah Leora sich selbst auf den Bildern und erkannte etwas Unglaubliches.
00:02:57: Sie war schön.
00:02:58: Nicht trotz ihres Beins, sondern mit allem, was sie war.
00:03:04: Weisheit, Schönheit beginnt dort, wo man sich traut, sein eigenes Licht zu tragen, egal wie viele Schritte man dafür braucht.