Geschichten für „Gross und Klein“
00:00:00: Stella findet ihre Familie wieder.
00:00:02: – Du bist also wirklich Stella, sagte der Mann, während er langsam vor dem Gehege stehen blieb und sie freundlich ansah.
00:00:13: Stella hob den Kopf, ihre goldenen Augen ruhten ruhig auf ihm.
00:00:17: – Alle nennen mich so, antwortete sie vorsichtig aber ich jemzu fühle ich mich oft nur wie ein Schatten von dem was ich einmal war.
00:00:28: Der Mann nickte.
00:00:30: das kann ich verstehen.
00:00:32: Ich heiße Elias.
00:00:33: Ich habe dich oft besucht und gemerkt, dass du nicht an diesen Ort
00:00:37: gehörst.".
00:00:39: Stella legte die Ohren an.
00:00:41: »Ich erinnere mich an wenig aus meiner Kindheit – nur an Wärme, an Gras, an Stimmen, die Sandschwarn.
00:00:50: Dann kam dir Angst, Menschen, Netze, Dunkelheit!
00:00:54: Seitdem war dies Gehege meine Welt«.
00:00:58: Elias sah sie traurig an.
00:01:01: Du wurdest viel zu früh von deiner Familie getrennt.
00:01:04: – Meine Familie?
00:01:07: flüsterte Stella, gibt es sie wirklich noch?
00:01:10: Ja, sagte Elias.
00:01:12: Ich habe sie gefunden Die leben nicht weit entfernt in einem Schutzgebiet wo sie sicher sind.
00:01:20: Stella schwieg einen Moment Und warum helf du mir?
00:01:25: Elias antwortete ruhig weil niemand sein Leben hinter Gittern verbringen sollte, wenn es einen anderen Weg gibt.
00:01:33: Am nächsten Morgen wurde das Gehege vorbereitet.
00:01:36: Stella war nervös.
00:01:37: – Was?
00:01:39: Wenn ich sie nicht erkenne!
00:01:40: Was werden Sie mich vergessen haben?
00:01:42: – Elias trat näher an der Transportbox heran.
00:01:48: Dann werden Sie deine Stimme erkennen oder dein Geruch.
00:01:52: Eltern vergessen ihr Kind nicht so leicht Aber ich bin nicht mehr klein sagte Stella leise, ich bin anders geworden.
00:02:02: Natürlich bist du das, erwiderte Ilias.
00:02:05: aber Familien erkennen oft nicht nur wie jemand aussieht.
00:02:10: sie erkennen was geblieben ist.
00:02:13: Stella schwieg und schließlich stieg sie in die Box.
00:02:18: Ich hoffe Du hast recht Das habe ich, sagte Iliass.
00:02:23: Die Fahrt dauerte lange.
00:02:25: draußen wechselte die Landschaft Straßen Wälder Hügel Offene Wiesen.
00:02:32: Mit jeder Stunde wurde Stella unruhiger.
00:02:34: – Wo fahren wir hin?
00:02:37: fragte sie aus der Box heraus.
00:02:41: Nach Norden, an die Grenze des alten Reservats, sagte Elias, dort leben deine Eltern!
00:02:48: Ich kann mich kaum erinnern, murmelte Stella nur an den Wind.
00:02:53: Er rocht damals anders, freier.
00:02:57: Dann achte auf diesen Geruch, sagte Elias, vielleicht ist er dein Weg zurück.
00:03:02: Als sie ankam Er öffnete Elias vorsichtig die Box.
00:03:07: Vor ihnen lag eine weite Ebene, golden im Licht des späten Nachmittags.
00:03:12: Hohe Gräser bewegten sich im Wind.
00:03:15: In der Ferne standen zwei Löwen.
00:03:18: Stella erstarrte.
00:03:20: Das ... das sind sie?
00:03:23: Elias trat einen Schritt zurück.
00:03:25: Ja, deine Eltern.
00:03:28: Stella zitterte.
00:03:29: Ich weiß nicht ob ich laufen kann!
00:03:33: Du musst nicht, sagte Elias Nur hingehen, wenn du bereit
00:03:37: bist.".
00:03:39: Da hob die Mutter den Kopf.
00:03:41: Ihr Blick wurde sofort scharf!
00:03:43: Dann weich, voller Unglauben.
00:03:46: »Stella?« rief sie mit beibender Stimme.
00:03:49: Die Löwen machte einen Schritt vor.
00:03:51: – «Mein
00:03:52: Kind?!
00:03:53: Bist Du es wirklich?«.
00:03:55: Stella öffnete dem Mund.
00:03:57: Doch zunächst kam kein Laut.
00:03:59: Dann brach ihre Stimme – »Mutter!«.
00:04:03: Die Mutter stieß ein Tiefen klagenden Laut aus und lief los.
00:04:08: Steller ihr entgegen, so nicht vorsichtig dann schneller bis beide sich einander
00:04:13: pressten.".
00:04:13: – Ich habe dich gesucht!
00:04:17: flüsterte die Mutter.
00:04:18: – Jeden Tag hab ich auf dich gewartet.
00:04:20: – Ich dachte, wer vergessen worden?
00:04:24: sagte Steller schluchzend.
00:04:26: Nie antwortete die Mutter nie auch nur einen einzigen Tag.
00:04:31: Der Vater näherte sich langsam, aber groß, kräftig und trug die stille Würde eines alten Beschutzers.
00:04:40: Stella, sagte er mit tiefer Stimme.
00:04:42: Sie drehte sich zu ihm um.
00:04:44: – Vater!
00:04:46: Er senkte den Kopf und berührte sanft ihre Stirn.
00:04:50: Du bist größer geworden.
00:04:52: Stella lachte unter Trän und du bist älter geworden?
00:04:57: Das gehört zur Zeit, sagt er ruhig Aber mein Herz hat sich an dich erinnert, als wärst du nie fort
00:05:04: gewesen.".
00:05:07: Stella schaute von einem zum anderen.
00:05:10: »Ich!
00:05:10: Ich kann es nicht glauben – ich bin wirklich bei euch!«.
00:05:14: Die Mutter schmückte sich an sie.
00:05:16: »Ja, endlich!«.
00:05:19: Der Vater blickte zu Elias.
00:05:21: »Du hast uns unsere Tochter zurückgebracht?«.
00:05:25: Elias nickte Bescheiden.
00:05:28: «Ich habe nur geholfen.
00:05:29: Der Rest war Liebe, Geduld und ein bisschen Hoffnung.».
00:05:34: Später saßen sie gemeinsam im hohen Gras.
00:05:37: Stellar lag zwischen ihren Eltern, den Kopf auf den Foten.
00:05:42: »Er täme von damals« sagte sie leise – »von mir als ich klein war!«.
00:05:49: Die Mutter lächelte.
00:05:51: »Du warst neugierig.
00:05:53: Du bist jedem Schmetterling hinterhergelaufen und hast immer alles berührt was neu war.
00:05:58: Der Vater fügte hinzu.
00:06:00: Und du hast versucht zu brüllen.
00:06:03: Noch bevor du es konntest, es klang eher wie ein Niesen.
00:06:08: Stella lachte – das passt zu mir!
00:06:11: Elias, der in einige Entfernungen stand, lächelte ebenfalls.
00:06:15: Die Abendsonne legte goldenes Licht über die Ebene und vor einem Moment schien die Welt stillzustehen.
00:06:23: Stella schloss die Augen und spürte die Wärme ihrer Eltern an beiden Seiten.
00:06:29: Zum ersten Mal seit vielen Jahren führte sie sich nicht nur sicher sondern vollständig.
00:06:37: Weisheit?
00:06:38: Manchmal braucht es nur einen Menschen, der nicht wegschaut, damit aus Hoffnung endlich Heimkehr wird!